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Ubisoft beendet auf Steam die Ära der Doppel-Launcher: Erster Schritt Prince of Persia: The Lost Crown

PC-Spieler beschweren sich seit Jahren über ein und dasselbe Problem: Um ein Spiel zu starten, müssen sie sich nicht nur mit einem Programm herumschlagen, sondern mit zwei separaten Programmen, die einander auslösen. Ubisoft hat nun erstmals mit einem konkreten Schritt auf diese Beschwerde reagiert und angekündigt, die Ubisoft Connect PC-Launcher-Pflicht bei seinen über Steam verkauften Spielen abzuschaffen. Die Änderung wird zuerst bei Prince of Persia: The Lost Crown umgesetzt. Laut eigener Aussage des Publishers ist dies der erste Schritt hin zu einer „reibungsloseren und schlankeren Start-Erfahrung“ auf Steam. Doch was genau bedeutet das, und ändert sich dadurch wirklich der Alltag der Spieler?

Wie es zur zweistufigen Startroutine kam

Wenn Sie ein Ubisoft-Spiel bei Steam kaufen, fällt Ihnen schnell etwas auf: Das Spiel kommt nicht allein. Mit der Installation setzt sich ein zweites Programm auf Ihrem System fest, und jedes Mal, wenn Sie das Spiel starten, öffnet sich dieses Programm automatisch mit. Das bedeutet nicht nur einen zusätzlichen Klick; der zusätzliche Hintergrundprozess, der Anmeldebildschirm, ein separater Update-Zyklus und manchmal auch die Meldung „Ohne Anmeldung kannst du das Spiel nicht öffnen“ kommen hinzu. In dem Moment, in dem Ihre Internetverbindung abbricht oder Sie im Offline-Modus spielen möchten, wird diese zweite Ebene noch viel lästiger. Und selbst wenn Sie das Spiel direkt über Steam starten möchten, gibt es in der Regel keinen offiziellen Weg, den dazwischengeschalteten Launcher vollständig zu deaktivieren. Kurz gesagt: Das Problem ist nicht die Existenz der zweiten Anwendung, sondern ihre Verpflichtung.

Für Spieler ist das nicht nur eine Frage des Komforts. Zwei Anwendungen, die sich Systemressourcen teilen, können insbesondere auf schwächerer Hardware die Startzeiten verlängern. Außerdem wird es schwieriger, bei Kontoverwaltung, Freundesliste und Cloud-Speicher nachzuvollziehen, welche Information wo gespeichert wird. Deshalb ist die Frage „Warum zwei Launcher?“ seit Jahren einer der am häufigsten wiederholten Titel in Foren und Community-Beiträgen. Ubisofts neuer Vorstoß scheint genau die Antwort auf diese Frage zu sein.

Ubisoft beendet auf Steam die Ära der Doppel-Launcher: Erster Schritt Prince of Persia: The Lost Crown — Bild 2

Wozu genau dient Ubisoft Connect?

Ubisoft Connect, früher als Uplay bekannt, ist eine Anwendung, die sowohl als Shop als auch als Launcher für die Spiele des Unternehmens dient. Wenn Sie ein Ubisoft-Spiel starten, das Sie über Steam oder den Epic Games Store besitzen, tritt diese Anwendung automatisch in Aktion. Sie enthält Funktionen, die Spieler tatsächlich nutzen, wie ein Belohnungssystem, Erfolge, Freundesliste und plattformübergreifenden Fortschritt. Das Problem sind also nicht die Dienste, die die Anwendung bietet; das Problem ist die Notwendigkeit, dass die Anwendung installiert und geöffnet sein muss, um auf diese Dienste zuzugreifen. Genau darauf konzentriert sich Ubisofts neuer Ansatz: die Dienste erhalten und den Vermittler beseitigen.

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn ein Teil der Spieler will Ubisoft Connect nicht vollständig verlieren. Funktionen wie Belohnungen, wöchentliche Aufgaben und die Übertragung plattformübergreifenden Fortschritts sind für viele bereits Teil des Spielerlebnisses. Das angestrebte Szenario besteht daher nicht darin, auf diese Funktionen zu verzichten, sondern sie im Hintergrund so laufen zu lassen, dass sie den Spieler nicht stören.

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Das neue Tool: Ubisoft Connect Services Steam Tool

Ubisoft kündigte seinen Plan nur über einen Steam-Beitrag an, der den Besitzern des Spiels angezeigt wird; den geteilten Informationen zufolge arbeitet das Unternehmen an einem neuen Tool namens „Ubisoft Connect Services Steam Tool“. Das zentrale Versprechen dieses Tools ist recht klar: Die von Connect gebotenen Funktionen bleiben weiterhin verfügbar, aber dafür muss der PC-Launcher weder installiert noch gestartet werden. Wenn der Spieler das Spiel über Steam startet, tritt also kein zweites Fenster dazwischen. Laut Ubisoft soll diese erste Version mit der Zeit verbessert und schrittweise auf weitere Ubisoft-Spiele auf Steam ausgeweitet werden. Ziel ist es, so das Unternehmen, die von Spielern genutzten und erwarteten Funktionen weiterhin anzubieten und gleichzeitig das Steam-Erlebnis so unterbrechungsfrei wie möglich zu gestalten.

Die wichtigsten Funktionen, die laut Angaben erhalten bleiben sollen, sind:

  • Plattformübergreifender Fortschritt (Cross-Progression): Spielstände auf verschiedenen Geräten bleiben miteinander kompatibel.
  • Plattformübergreifendes Spielen (Cross-Play): Spieler auf verschiedenen Systemen können im selben Spiel zusammenfinden.
  • Belohnungen und Erfolge: Das an Ubisoft Connect gebundene Belohnungssystem läuft weiter.
  • Launcher-Unabhängigkeit: Für diese Funktionen muss der PC-Launcher weder installiert noch geöffnet sein.

Das kritischste Detail dabei ist, dass das Tool als „leichte Schicht“ beschrieben wird. Wenn die Anwendung tatsächlich still im Hintergrund läuft und kein Fenster vor dem Spieler öffnet, verschwindet das Gefühl eines zweiten Launchers in der Praxis weitgehend. Wie reibungslos das funktionieren wird, werden wir allerdings erst sehen, wenn es auf ein breiteres Spieleportfolio ausgeweitet wird.

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Warum steht Prince of Persia: The Lost Crown an erster Stelle?

Dass Ubisoft ausgerechnet Prince of Persia: The Lost Crown für den Test auswählt, scheint kein Zufall zu sein. Das Spiel ist neben PC auch auf Mac, Nintendo Switch, PlayStation 4 und 5 sowie Xbox One und Series X/S vertreten – eine breite Plattformliste. In einem derart breit gefächerten Gerätespektrum sind Funktionen wie plattformübergreifender Fortschritt und Cross-Play für Spieler deutlich wichtiger als ein Launcher. Daher ist eine der Szenarien, in denen das neue Tool am nützlichsten sein dürfte, direkt die Struktur dieses Spiels. Außerdem ist ein Test mit nur einem Spiel für den Publisher ein risikoarmer Weg: Tritt ein Problem auf, bleibt die betroffene Gruppe begrenzt; funktioniert das System reibungslos, entsteht eine starke Referenz für den Wechsel zu weiteren Spielen.

Bei solchen Übergängen gibt es oft einen übersehenen Punkt: die technische Infrastruktur des Spiels selbst. In Action-Adventure- und Metroidvania-Titeln bedeutet Fortschrittsspeicherung eine Anhäufung, in die der Spieler Stunden investiert hat. Dass dieser Speicherstand reibungslos zwischen Geräten übertragen wird, ist ein Faktor, der den Wert des Spiels unabhängig von der Existenz des Launchers erhöht. Dass Ubisoft genau diese Funktion erhält und den Vermittler entfernt, lässt sich als ausgewogenere Entscheidung lesen, die von einer „Alles-oder-nichts“-Haltung Abstand nimmt.

Wie machen andere Publisher das?

Das Doppel-Launcher-Problem ist nicht nur auf Ubisoft beschränkt; doch nicht jeder Publisher verfolgt eine gleich strenge Haltung. Ein Blick auf die gängige Praxis in der Branche zeigt, dass manche Unternehmen nicht allen ihren auf Steam verkauften Spielen ihren eigenen Launcher hinzufügen. Stattdessen läuft eine leichtere und nahezu unsichtbare Version, die zusammen mit dem Spiel startet; der Spieler bemerkt die Existenz dieser Ebene oft nicht einmal. EA ist in diesem Zusammenhang einer der häufig als Beispiel genannten Publisher: Das Unternehmen hängt nicht allen seinen Spielen auf Steam seinen eigenen Launcher an. Ubisofts neuer Vorstoß bedeutet also weniger, etwas völlig Neues in der Branche zu erfinden, als sich dem bereits geltenden, weniger aufdringlichen Standard anzunähern. Das macht die Änderung für Spieler bedeutsamer: Verlangt wird kein ungewöhnliches Privileg, sondern eine verbreitete Praxis.

Hinter dem Beharren der Publisher auf eigenen Launchern stehen auch kommerzielle und technische Gründe. Der eigene Shop, das eigene Belohnungssystem und die eigenen Spielerdaten haben für die Unternehmen strategischen Wert. Doch diese Ziele mit einem Bildschirm zu verteidigen, der den Spieler jedes Mal zur Anmeldung zwingt, ist nicht nachhaltig. Ubisofts neues Tool kann als Versuch gewertet werden, dieses Gleichgewicht eleganter herzustellen.

Fällt die Pflicht zur Kontoverknüpfung weg?

Das ist der Punkt mit der größten Unsicherheit in den angekündigten Informationen: Es ist nicht klar, ob das neue Tool künftig von Käufern des Spiels verlangen wird, ihr Ubisoft-Konto mit Steam zu verknüpfen. Heute ist diese Verknüpfung zusammen mit Ubisoft Connect verpflichtend. Dass das Tool den Launcher deaktiviert, bedeutet nicht automatisch, dass auch die Pflicht zur Kontoverknüpfung entfällt. Um hier etwas Definitives sagen zu können, muss man daher weitere Erklärungen des Unternehmens in der kommenden Zeit abwarten.

Ebenso wurde nicht erklärt, ob die Änderung auch die über den Epic Games Store gespielten Versionen umfassen wird. Heute kommt Ubisoft Connect sowohl bei über Steam als auch bei über Epic gestarteten Spielen zum Einsatz; die Ankündigung konzentriert sich jedoch speziell auf die Steam-Erfahrung. Auch welche Spiele in welcher Reihenfolge auf das neue Tool umgestellt werden und wie der Zeitplan aussieht, wurde noch nicht mitgeteilt. Diese Unklarheiten zeigen, dass man die Nachricht nicht als „vollständig abgeschlossen“-Ankündigung lesen sollte, sondern als Anfang.

Was bedeutet das für Spieler?

Auf praktischer Ebene ist der Gewinn recht konkret: kürzere Startzeiten, weniger Fenster, weniger Anmeldebildschirme und eine aufgeräumtere Spielebibliothek. Gerade auf Handheld-PCs, auf denen die Verwaltung eines zweiten Launchers deutlich mühsamer ist, dürfte sich eine solche Änderung ebenfalls bemerkbar machen. Außerdem schafft die Möglichkeit, das Spiel direkt aus der Steam-Oberfläche zu starten, ohne dass sich etwas dazwischenschaltet, im Alltag einen spürbaren Komfortunterschied. Langfristig ist vor allem wichtig, dass dieser Ansatz nicht auf ein einziges Spiel beschränkt bleibt.

Ubisofts Formulierung „wird schrittweise auf weitere Spiele ausgeweitet“ zeigt, dass der Prozess kein einmaliger Test ist. Dennoch wird die Zeit zeigen, wie schnell Ankündigungen in einer Branche, in der Spieler das Warten gewohnt sind, in die Tat umgesetzt werden. Am sinnvollsten ist es derzeit, zu verfolgen, wie die erste Version bei Prince of Persia: The Lost Crown funktioniert. Wenn das Tool tatsächlich still arbeitet und die Funktionen reibungslos weiterlaufen, könnte Ubisofts Schritt auch für andere Publisher zu einem Referenzpunkt werden.

Zusammenfassend: Ubisoft hat bei der seit Langem kritisierten Doppel-Launcher-Pflicht den ersten ernsthaften Rückzieher gemacht, doch die Geschichte steht noch am Anfang. Das Schicksal der Kontoverknüpfungspflicht, der Zeitplan für die Umstellung weiterer Spiele und die Lage auf der Epic-Seite werden das Bild vervollständigen, sobald sie geklärt sind. Vorerst haben wir einen echten Schritt in die Richtung, die sich Spieler seit Jahren wünschen.

NE
Editör
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