Technologie

Community-Mods schalten DLSS 4 Multi Frame Generation auf RTX-40-Karten frei

Nvidia hat die mit DLSS 4 eingeführte Multi Frame Generation (MFG) exklusiv der RTX-50-Serie vorbehalten. Seit Ende August hebeln auf GitHub veröffentlichte Community-Mods diese Grenze auf RTX-40-Karten wie der RTX 4070 Super aus: In Spielen mit Unterstützung für DLSS Frame Generation lassen sich Multiplikatoren von 3x, 4x und bis zu 6x freischalten. Die Zahl der angezeigten Bilder kann deutlich steigen, doch bei Latenz, Bildqualität und Kontosicherheit hat das seinen Preis, und den solltest du kennen.

Warum sorgt das für so viel Aufsehen?

Weil RTX 40 nach wie vor enorm verbreitet ist. Addiert man in der Steam Hardware & Software Survey vom August 2026 die Anteile der gelisteten RTX-40-Modelle, kommt man auf rund 19,6 %; die RTX-50-Modelle liegen zusammen bei etwa 17,9 %. Die verbreitetsten Vertreter der Familie sind die RTX 4060 Laptop (3,84 %) und die RTX 4060 (3,60 %), die RTX 4070 Super kommt auf 1,49 %. Grob jede fünfte Grafikkarte auf Steam gehört also zu einer Generation, die Frame Generation zwar unterstützt, offiziell aber nicht von Nvidias neuester Multi Frame Generation profitieren kann.

Was ist MFG und was unterscheidet es von 2x Frame Generation?

Nvidia stellte Frame Generation erstmals 2022 mit der RTX-40-Serie als Teil von DLSS 3 vor. Dabei fügt eine KI zwischen zwei vom Spiel gerenderte Bilder ein zusätzliches Bild ein und verdoppelt die angezeigte Bildrate so höchstens; Nvidia nennt das DLSS Frame Generation. Die im Januar 2025 angekündigte Multi Frame Generation von DLSS 4 erzeugt pro gerendertem Bild drei zusätzliche Bilder und hebt den Multiplikator damit auf 4x. Das am 31. März 2026 veröffentlichte DLSS 4.5 brachte dann die Modi 5x und 6x sowie Dynamic MFG, das den Multiplikator in Echtzeit an die Bildwiederholrate des Monitors anpasst.

FunktionRTX 40 (offiziell)RTX 50 (offiziell)
DLSS Frame Generation (2x)JaJa
Multi Frame Generation (3x-4x)NeinJa
5x und 6x (DLSS 4.5)NeinJa
Dynamic MFGNeinJa

Nvidias Begründung

Nvidias Whitepaper zur RTX-Blackwell-Architektur führt die Begründung auf drei Hardware-Bausteine zurück: Tensor-Kerne der 5. Generation, die die KI-Modelle zur Berechnung des optischen Flusses und zur Erzeugung mehrerer Bilder schneller ausführen; den AI Management Processor (AMP), der DLSS-KI-Aufgaben, Grafik-Rendering und den Frame-Pacing-Algorithmus effizienter plant; und hardwareseitiges Flip Metering. Laut Nvidia nutzte die Frame Generation von DLSS 3 ein CPU-basiertes Timing, dessen Schwankungen sich mit steigender Zahl zusätzlicher Bilder aufsummieren und die Flüssigkeit stören konnten. Bei Blackwell übernimmt diese Aufgabe die Display-Engine. Bemerkenswert ist auch die Formulierung im Whitepaper: Nvidia sagt, die Blackwell-exklusiven Features sorgten dafür, dass DLSS 4 „effektiv“ funktioniert. Genau das stellen die Mods auf die Probe: nicht, ob MFG auf RTX 40 überhaupt läuft, sondern wie gut es ohne diese Hardware-Unterstützung läuft.

Wie funktioniert die Freischaltung technisch?

Das meistdiskutierte Tool ist RTX40MFG-Unlock, das ein Entwickler namens dashdogy unter MIT-Lizenz veröffentlicht hat. Die erste Version erschien am 29. August 2026; das Tool besteht aus einer einzigen DLL-Datei, die in einen Namen wie version.dll oder dinput8.dll umbenannt und neben die ausführbare Datei des Spiels gelegt wird. Sobald Frame Generation im Spiel aktiviert ist, öffnet die Backspace-Taste ein Menü, in dem du einen festen Multiplikator bis 6x oder einen dynamischen Modus wählst, der die Bildwiederholrate oder eine bestimmte FPS-Zahl anpeilt. Hauptziel ist DirectX 12; die Unterstützung für Vulkan und RTX 30 ist experimentell.

Die Mod verändert die Abfrage der GPU-Architektur in den DLSS-Frame-Generation-Komponenten (DLSS-G), die das Spiel lädt, und baut den Pfad zum Einfügen der Bilder so um, dass die Zwischenbilder zeitlich korrekt zwischen den gerenderten Bildern landen. Deshalb muss das Spiel bereits eine fertige DLSS-Frame-Generation-Integration auf Basis von Nvidias Streamline-Framework mitbringen. Es handelt sich also nicht um ein Tool, das jedem beliebigen DirectX-Spiel MFG von Grund auf hinzufügt.

Es gibt auch einen bequemeren Weg: Der ReShade HDR Installer (RHI) bietet unter seinen Zusatzkomponenten die Option RTX 40 MFG Unlock. Laut Beschreibung des Tools schaltet diese Komponente auf RTX 40 Multiplikatoren über 2x (bis 6x) mithilfe des Ultimate ASI Loader frei und lässt sich mit einem Klick installieren.

Diese Mods sind auf bestimmte DLSS-G-Versionen zugeschnitten; die Release Notes von RTX40MFG-Unlock führen unterstützte und abgelehnte DLSS-G-Versionen einzeln auf. Als die neue DLSS-G-Version 310.9.1 erschien, lief die Mod damit zunächst nicht; der Entwickler reichte die Unterstützung mit dem am 9. September veröffentlichten Update v1.2.1 nach.

Was dich erwartet

  • Der FPS-Zähler steigt: Die angezeigte Bildrate wächst mit dem Multiplikator deutlich; weil aber auch das Erzeugen der Zusatzbilder die GPU belastet, skaliert der Zuwachs nicht eins zu eins mit dem Multiplikator.
  • Die Latenz sinkt nicht: Generierte Bilder laufen nicht durch die Spiel-Engine, Eingaben werden nur bei tatsächlich gerenderten Bildern verarbeitet. Wie direkt sich die Steuerung anfühlt, hängt weiter von der Basis-Bildrate ab, die du ohne MFG erreichst.
  • Frame Pacing: Laut Nvidia können sich Timing-Schwankungen ohne hardwareseitiges Flip Metering mit der Zahl der Zusatzbilder aufsummieren. Auf RTX 40 kann sich das als Ruckeln bemerkbar machen, selbst wenn die FPS-Zahl hoch aussieht.
  • Bildfehler: Je mehr Bilder zwischen zwei echten Bildern vorhergesagt werden, desto höher das Risiko von Ghosting und Flimmern. Auch die Beschreibung der Mod selbst hält fest, dass Bildfehler, Freezes, schwarze Bildschirme und Abstürze weiterhin möglich sind.
  • VRAM-Druck: Auch das Frame-Generation-Modell belegt Grafikspeicher. Auf 12-GB-Karten wie der RTX 4070 Super kann die zusätzliche Last in Spielen, die mit hohen Texturdetails und Raytracing ohnehin am Speicherlimit kratzen, zu Rucklern führen.

Risiken

Nvidia unterstützt diese Konfiguration nicht; wenn Probleme auftreten, gibt es keinen offiziellen Support. Da die Mods an bestimmte Versionen der DLSS-G-Komponenten gebunden sind, kann eine neue Version, die per Nvidia App, Treiber- oder Spiel-Update kommt, die Mod lahmlegen oder Abstürze verursachen.

Das größte Risiko sind aber Anti-Cheat-Systeme. Weil diese Tools eine DLL in den Spielprozess laden oder dessen Komponenten verändern, können sie mit Anti-Cheat-Software kollidieren. Auch die Entwickler des ähnlich arbeitenden OptiScaler warnen ausdrücklich, dass die Nutzung in Online-Spielen Anti-Cheat auslösen und zu einer Kontosperre (Bann) führen kann. In Multiplayer-Spielen lässt du die Finger am besten ganz von diesen Mods; die Verantwortung liegt komplett bei dir.

Für wen lohnt sich ein Versuch? Kurze Checkliste

  1. Du brauchst eine Karte der RTX-40-Serie; die Unterstützung für RTX 30 ist experimentell.
  2. Das Spiel sollte möglichst DirectX 12 nutzen (Vulkan-Unterstützung ist experimentell) und im Menü die Option DLSS Frame Generation bieten.
  3. Probiere die Mods nur in Singleplayer-Spielen ohne Anti-Cheat-Schutz aus.
  4. Das Spiel sollte schon ohne MFG mit einer Basis-Bildrate laufen, die sich flüssig anfühlt; eine niedrige Basis-FPS retten auch zusätzliche Bilder nicht.
  5. Bilder jenseits der Bildwiederholrate deines Monitors machen das Bild nicht flüssiger; hohe Multiplikatoren ergeben nur auf Displays mit hoher Bildwiederholrate Sinn.
  6. Sichere vor der Installation den Spielordner; die hinzugefügten Dateien wieder zu entfernen, ist der einfachste Weg, die Installation rückgängig zu machen.
  7. Wirf nach jedem Update der Nvidia App, des Treibers oder des Spiels einen Blick in die Release Notes der Mod.

Unterm Strich geben diese Mods RTX-40-Besitzern die Chance, ein Feature auszuprobieren, das Nvidia der neuen Generation vorbehalten hat. Eine höhere FPS-Zahl bedeutet aber keine schnellere Reaktion, und die Kosten bei Stabilität und Kontosicherheit solltest du nicht unterschätzen. Details zur offiziellen Seite liefert Nvidias Ankündigung zu DLSS 4.5.

Quelle: nvidia.com

NE
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The Nedese editorial team covers competitive gaming guides, patch notes, and strategy breakdowns across all major titles. With over 15 years of coverage, our writers combine deep game knowledge with practical in-match experience.
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