Bei der Bewertung eines neu erschienenen PC-Spiels lautet die erste Frage heute nicht mehr „Wie sieht die Grafik aus?“, sondern „Wie läuft es auf welchem System?“. Resonance: A Plague Tale Legacy, veröffentlicht von Focus Entertainment und entwickelt mit der eigenen Engine von Asobo Studio, gibt auf diese Frage eine unerwartet positive Antwort. Das Spiel ist für PC erschienen, und die durchgeführten Messungen zeigen, dass es auf einer breiten Palette von Grafikkarten von der Mittelklasse bis zur Oberklasse ein komfortables Erlebnis bietet. In diesem Artikel betrachten wir, was das Spiel auf welcher Hardware leistet, welche Optionen das Einstellungsmenü bietet und welche Kosten diese komfortable Leistung auf Seiten der Grafikqualität mit sich bringt.
Kurz zusammengefasst: Dieses neue Werk mit dem Namen A Plague Tale hebt sich technisch als eine der „problemlosesten“ PC-Versionen des Jahres hervor. Es gibt weder Stotterer am ersten Tag noch Speicherprobleme noch eine Optimierungsschwäche, die Hardware unnötig verschwendet. Das Interessante daran ist jedoch, dass diese gute Leistung mit einigen Zugeständnissen bei den visuellen Technologien einhergeht. Im Folgenden untersuchen wir dies Auflösung für Auflösung und Einstellung für Einstellung.
Optimierung ist zu einem Privileg geworden
Die in letzter Zeit am häufigsten geäußerte Beschwerde von PC-Spielern ist, dass neue Spiele am Erscheinungstag unspielbar sind. Titel, die mit schwerer globaler Beleuchtung, riesigen Texturpaketen und kinoreifen Effekten ausgestattet sind, kommen gleichzeitig mit sehr hohen Systemanforderungen und niedrigen Bildraten. In diesem Umfeld ist es fast zur Ausnahme geworden, dass ein Spiel zum Start problemlos läuft. Deshalb ist eine gut optimierte PC-Version inzwischen ein wertvolleres Marketinginstrument als die Werbung des Spiels selbst.
Resonance: A Plague Tale Legacy setzt genau hier einen Unterschied. Die PC-Performance des Spiels verläuft genau entgegengesetzt zum in den letzten Jahren üblichen Szenario „wird zuerst per Patch repariert“. Dass Asobo Studio die eigene Engine verwendet, scheint hier der entscheidende Faktor zu sein: Statt des Zusatzaufwands und der Kompatibilitätsprobleme einer fertigen Drittanbieter-Engine wird die Vertrautheit des Teams mit den eigenen Tools zum Vorteil. Natürlich hat das einen Preis; darüber sprechen wir im Abschnitt zur Grafikqualität.

Testsystem und Messbedingungen
Bei den veröffentlichten Messungen wurden ein AMD Ryzen 9 7950X3D-Prozessor, 32 GB DDR5-Speicher mit 6000 MHz und das Betriebssystem Windows 10 64-Bit verwendet. Auf der Grafikkartenseite gibt es eine breite Palette sowohl älterer als auch neuer Generationen. Die getesteten Karten sind wie folgt aufgeführt:
- AMD Radeon RX 6900XT, RX 7900XTX und RX 9070XT
- NVIDIA GeForce RTX 2080Ti, RTX 3080, RTX 4090, RTX 5080 und RTX 5090
Als verwendete Treiber werden GeForce 610.88 und Radeon Adrenalin Edition 26.7.1 angegeben. Diese Kartenliste fasst den Anspruch des Spiels eigentlich allein zusammen: Eine inzwischen als „alt“ geltende Karte wie die RTX 2080Ti steht in derselben Testtabelle wie eine Flaggschiff-Karte wie die RTX 5090. Das zeigt, dass die Leistung nicht nur im obersten Segment, sondern über einen breiten Hardwarebereich hinweg relevant ist.
Auf Seiten des Einstellungsmenüs erhält der Spieler eine ernsthafte Kontrolle. Die Qualität von Texturen, Schatten, volumetrischem Licht, Sichtweite und Umgebungsverdeckung (Ambient Occlusion) kann separat eingestellt werden. Auch bei Upscaling-Technologien zeigt sich das Spiel großzügig: Unterstützt werden sowohl AMD FSR 3.0 als auch NVIDIA DLSS 4 mit Multi-Frame Generation. Intel XeSS wird jedoch erneut nicht unterstützt; dies ist als wiederkehrende Enttäuschung für Intel-Arc-Nutzer festzuhalten.
In der Messmethodik gibt es ein bemerkenswertes Detail: Das Spiel enthält kein integriertes Benchmark-Tool. Daher wurden die Tests in einem frühen Spielabschnitt in einer einzigen Szene durchgeführt, die sowohl Prozessor als auch Grafikkarte fordert. Messungen in einer solchen festen Szene sind sinnvoll, weil die Ergebnisse reproduzierbar sind; man sollte jedoch bedenken, dass nicht das gesamte Spiel dieselbe Last erzeugt.

1080p und 1440p: Die vom Prozessor gesetzte Grenze
Bei 1080p und maximalen Einstellungen ergibt sich ein interessantes Bild: Das System wird nun nicht mehr von der Grafikkarte, sondern vom Prozessor begrenzt. Das heißt, bei dieser Auflösung kann der Großteil der Grafikkarten sein volles Potenzial nicht ausschöpfen, weil die Arbeitslast am Prozessor hängt. Trotzdem ist das Ergebnis äußerst positiv; alle getesteten Karten bieten ein flüssiges Erlebnis.
Selbst eine relativ alte Karte wie die RTX 2080Ti sorgt in dieser Liste für ein flüssiges Erlebnis; die einzige Bedingung ist die Verwendung eines G-Sync-kompatiblen Monitors, um Bildrisse zu kaschieren. Bei 1440p ändert sich das Bild jedoch etwas. Die große Mehrheit der Karten bleibt jederzeit über 60 FPS; die einzigen Karten, die unter diese Schwelle fallen, sind die RTX 2080Ti und die Radeon RX 6900XT. Wenn jedoch ein FreeSync-Monitor zum Einsatz kommt, kann auch die RX 6900XT ein flüssiges Erlebnis bieten. Die daraus zu ziehende Lehre: Wenn Sie eine ältere Karte haben, macht ein Monitor mit variabler Bildwiederholrate in diesem Spiel fast so viel Unterschied wie ein Hardware-Upgrade.

In 4K ist keine High-End-Hardware nötig
Die eigentliche Überraschung des Spiels zeigt sich bei nativer 4K-Auflösung und maximalen Einstellungen. Unter diesen Bedingungen schaffen es die fünf stärksten Grafikkarten, ein flüssiges Erlebnis zu bieten. Die Radeon RX 9070XT kann zeitweise bis auf 58 FPS fallen; doch auch in diesem Fall bleibt die Flüssigkeit mit einem FreeSync-fähigen Monitor erhalten. Die kleinen Schwankungen der Bildrate werden also dank variabler Bildwiederholrate nicht zu spürbarem Stocken.
Das auffälligste Ergebnis hier ist: Um in 4K zu spielen, brauchen Sie keine Flaggschiff-Karte wie die RTX 5090. Es sei darauf hingewiesen, dass ein Spiel, das in nativem 4K so problemlos läuft, seit Langem nicht mehr vorgekommen ist. Das ist der Beweis, dass Optimierung noch möglich ist – und das, ohne sich auf Upscaling-Technologien zu stützen. Das Entwicklerteam hat sich an dieser Stelle ein wohlverdientes Lob mehr als verdient.
Inkonsistenz in der Grafikqualität: Der Preis der Beleuchtung
Während die Performance-Seite so gut ist, kann die visuelle Seite unter den Erwartungen bleiben. Die erste Region des Spiels wirkt nicht so beeindruckend wie die später folgende Wüstenregion. Dahinter steht eine technische Entscheidung: Asobo Studio verwendet gebackene Beleuchtung, und im Spiel gibt es keinerlei Raytracing-Effekte. Diese Entscheidung verbessert die Performance unmittelbar, doch die Ergebnisse können stellenweise unausgewogen sein.
Von Natur aus beruht die gebackene Beleuchtung auf vorberechneten festen Daten; sie kann nicht auf dynamische Veränderungen reagieren. Deshalb wirkt die Beleuchtung in manchen Szenen wirklich großartig, während sie in anderen mehrere Generationen zurückzuliegen scheint und sogar etwas altmodisch wirkt. Das erzeugt eine Inkonsistenz in der allgemeinen visuellen Identität des Spiels; beim Wechsel von einer Region in eine andere kann sich die wahrgenommene Qualität abrupt ändern.
Dennoch sollte man fair bleiben: Resonance: A Plague Tale Legacy ist kein schlecht aussehendes Spiel. Die Charaktermodelle sind äußerst detailliert ausgearbeitet, und manche Umgebungen sind wirklich beeindruckend. Das Problem ist, dass das Spiel die visuellen Einschränkungen teilt, die allen rasterisierungsbasierten Titeln gemeinsam sind. Die Kritik hier richtet sich also nicht gegen Nachlässigkeit des Spiels, sondern gegen die natürliche Grenze der gewählten Technologie. Es ist klar, dass es nicht zu den bestaussehenden Spielen des Jahres 2026 gehört; aber es gehört auch nicht zu den schlechtesten.
Kein Stocken, Steuerung sitzt
Einer der in Performance-Analysen oft übersehenen, aber für das Spielerlebnis wichtigsten Punkte ist die Stabilität der Bildrate. Resonance: A Plague Tale Legacy macht hier einen sauberen Schnitt: Während der Tests trat kein ernsthaftes Stotterproblem (Stuttering) auf. Das Spiel lief ohne größere Unterbrechungen flüssig. Jene nervigen Aussetzer, die beim Laden großer Assets oder bei Szenenwechseln auftreten, zeigen sich hier nicht.
Auch die Mausbewegungen reagieren wie erwartet; es gibt also keine Verzögerung oder Trägheit bei der Kamerasteuerung. Dass für Tastatur und Maus die richtigen Tastenhinweise auf dem Bildschirm angezeigt werden, ist ein kleines, aber wichtiges Detail. Während viele PC-Versionen weiterhin Konsolentasten auf dem Bildschirm anzeigen, muss der Spieler hier nicht überlegen, welche Taste er drücken soll. Einzeln betrachtet mögen diese Punkte wie kleine Details wirken, doch zusammengenommen vermitteln sie das Gefühl: „Diese Version wurde wirklich für PC überarbeitet.“
Fazit: Was bedeutet das?
Resonance: A Plague Tale Legacy bietet PC-Spielern eine selten anzutreffende Bequemlichkeit. Es läuft auf einer breiten Palette von Grafikkarten flüssig, benötigt selbst in 4K kein High-Budget-System und kämpft nicht mit Stotterproblemen. Selbst Spieler mit einer älteren Karte können das Spiel entspannt genießen, wenn sie einen Monitor mit variabler Bildwiederholrate besitzen. Das ist besonders für Spieler eine erfrischende Nachricht, die in den letzten Jahren von Systemanforderungen enttäuscht wurden.
Andererseits hat dieser Komfort einen Preis: Das Spiel hat bei den visuellen Technologien einen konservativen Weg gewählt. Kein Raytracing, gebackene Beleuchtung und infolgedessen eine von Region zu Region schwankende Grafikqualität. Die Wahl ist also klar: hohe Bildrate und breite Hardware-Kompatibilität oder cineastische visuelle Pracht? Asobo Studio hat sich für die erste Option entschieden und diese konsequent umgesetzt. Es wird interessant sein zu beobachten, wie Entwickler in der kommenden Zeit diese Balance herstellen; denn dieses Spiel beweist, dass gute Optimierung noch immer keine Marketingfloskel, sondern eine Frage technischer Entscheidungen ist.